Besuch im Sealife Center Konstanz

Es war schon lange in Planung, und an diesem Samstag wurde es endlich wahr: Wir waren im Sealife Center Konstanz!

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Und wenn Engel reisen…
Los gefahren sind wir hier auf der schwäbischen Alb bei blauem Himmel und strahlend scheinender Sonne. Wir haben uns für die Route über Sigmaringen, Pfullendorf, Überlingen, Ludwigshafen, Konstanz entschieden. Wir hätten auch total über die Dörfer fahren können, oder Autobahn. Diese Route schien uns am vielversprechendsten, auch wenn sie eher eine Art Umweg war.
Wir haben uns unterwegs über so manche Ortsbezeichnung amüsiert, zB Schwäblishausen, Wald, Wäldle (Beide Schilder wiesen ja tatsächlich auch auf einen Wald *gg*). Mein persönlicher Brüller war die kleine Ansiedlung “Vorstadt”, die aus kaum mehr als 7 oder 8 Häusern und Höfen zu bestehen schien. Das war sie also, die vielzitierte “Vorstadt” ;-)
Was gab es unterwegs noch zu sehen? Katzen, die durch morgenfeuchtes Gras streiften, Pferde, Schafe, Pferde, Ziegen und Hühner… ach, erwähnte ich schon die Pferde? Und Blumen. Je näher man dem Bodensee kam, desto weiter war die Vegetation. Tulpen, Narzissen in voller Blüte. Und hier? *bibber*
Konstanz ist eine Nummer für sich. Geparkt haben wir im Parkhaus des Lago Centers, gleich in der Nähe vom Sealife und Bahnhof und See. 9 riesige Parkdecks sprechen für sich. Das Lago Center selbst ist eine Stadt in der Stadt. Ob es auch die 9 Stockwerke verbrauchte, weiß ich nicht. Aber es enthält Unmassen an Boutiquen, Fresstempeln, Cafés und so weiter, auch ein Kino und so. Aber das Lago hat uns ja nur am Rande interessiert, wegen eines PC Spieles, daß es im Moment exclusiv nur bei einer bestimmten Spielevertriebsdingens gab. Und dieser Laden war eben im Lago Center.

Nun gut, das Sealife. Von außen sah es kleiner aus, als man erwartet hätte. Dafür war der Eintrittspreis riesig. 2 Erwachsene, 2 Kinder, kosteten ca 46 Euro. Wir haben schwer geschluckt, aber brav bezahlt. Als Aquarianerin weiß ich ja, wie teuer der Unterhalt von Meerwasseraquarien ist (Mein Papa hatte viele, viele, viele vieleviele Jahre lang Meerwasser) und Sealife macht ja auch viel in Schutz der Meere und so.
Zur Bildqualität: Das Raumlicht in Aquarien ist in der Regel gedämpft bis dunkel, damit die beleuchteten Becken besser zur Geltung kommen, aber auch, damit die Tiere nicht gar so viel vom Außerhalb sehen und durch die Bewegungen der Besucher erschrecken. Dazu kommt, daß bei Aquarienfotografie Blitzlicht ein absolutes NO-GO ist! Fische besitzen keine Pupillen wie wir, die sich schnell auf Licht und Dunkel einstellen kann. Dazu kommt, daß ihr Auge von einer Schleimschicht geschützt wird, die anscheinend bei grellem (Blitz-)Licht geschädigt wird. Dadurch können Fische erblinden und sterben! Blindheit bedeutet im Wasser in der Regel Verhungern oder Gefressenwerden. Auch im Aquarium sind erblindete Fische fast nicht durchzubekommen. Weiterhin tragen Wasserbewegungen und Lichtreflektionen nicht grade zur Schärfe bei, geschweige denn, daß die Fische still halten würden. Und hält das erhoffte Motiv mal 5 Sekunden inne, dann bewegen sich hundert Fische drumrum garantiert besonders hektisch ;-)
Die Struktur innerhalb war simpel. Vom Kleinsten zum Größten. Zu Beginn gab es Bachausschnitte zu sehen. Deren Bewohner waren vorwiegend Elritzen und Muscheln. Dann kam ein kurzer Einblick in die Flußbewohner.
Nächste Station war dann eine typische Unterwasserszene des Bodensees in Ufernähe. Die meisten Bewohner hab ich mir nicht gemerkt, nur Felche, Forelle und Stör. Ja, im Bodensee gibt es Störe. Toll war im zweiten Bild dieser silbrig-graue Stör unten am Boden.

Bild 001
Bild 004

Andere Seebewohner:
Barben
Bild 010

Welse (Achtung Steffi, dein Daily Wels! *gg*)
Bild 017

Nächste Station war ein Ausschnitt aus dem Rotterdamer Hafenbecken um 1600, als der Fischbestand im Meer noch ok war.

Davon haben wir leider keine Bilder, weil da grade Fütterung war. Es war ein Mordsandrang an Leuten und die Fische waren dermaßen in Aufruhr, daß das Wasser förmlich kochte. An Fotos war da nicht zu denken. Und warten ist mit einer fast 7-jährigen nicht so einfach. (Mama, gehen wir? Mama, wann ist das hier fertig? Mama? Mama?)
Den Ausführungen des Fütternden war aufgrund des Geräuschpegels auch kaum zu folgen. Also, in dem Becken waren ein paar wenige Katzenhaie (Nein, Kleiner, wieauchimmerdugehießenhast, es waren, verdammt noch mal, KEINE TIGERHAIE!), Barsche und was weiß ich, was Sechzehnhundert im Hafen von Rotterdam so rumgeschwommen ist.

Hiernach folgten die Quallen in ihrem Riesenradähnlichen Becken:
Bild 020

Es sind Ohrenquallen, die man auch in der Nordsee findet. Dieses Becken, in dem die Quallen gegen den Uhrzeigersinn rundum schwebten, ist für Quallen absolut notwendig. Quallen benötigen in einem Aquarium ständige Strömung, da sie sonst einfach zu Boden sinken und sterben würden.
Randinfo: Ohrenquallen leben nur im Frühjahr und Sommer als typische Qualle. Herbst und Winter verbringen sie als Polypen festsitzend.

Mein persönliches Highlight war dieser tolle, runde Pool voller Rochen, Plattfischen und Katzenhaien. Das Bassin war vielleicht 1,30 m hoch und man konnte bequem von oben reingucken und fotografieren. Allerdings war durch die verspielten Rochen und den einen, beständig im Kreis schwimmenden Butt (oder Scholle, kA) die Wasseroberfläche heillos in Bewegung, was natürlich die Qualität der Bilder deftig beeinträchtigt. Dazu kommt, daß man, wie schon oben erwähnt und begründet, ohne Blitz fotografieren mußte. Spaß machte dieses Bassin ohne Ende. Es war kurz vor der Fütterung, und einige Tiere bettelten und spielten mit den Zuschauern. Die Bilder zeig ich im Anschluß, da es doch viele geworden sind.

Danach folgte dann das Highlight des Sealifecenters: Die Meereslandschaft mit Riffhaien, Muränen, diversen anderen Riffbewohnern und den beiden Grüne Meeresschildkröten Amadeus und Clementine, beide noch lange nicht ausgewachsen. Auch hier war grade Fütterung. Man ging also in diesem Glasgang durchs Riff und guckte.
Die Fütterung war unspektakulär. Die Haie zogen gelangweilt weiter ihre Bahnen, statt haitypisch schnell und wendig *zack* nach Futter zu schnappen. Trotzdem waren die Biester nicht zu fotografieren. Man sah irgendwie immer nur einen grauen Strich auf dem Bild. Haie sind eben einfach zu schnell für uns Hobbyknipser. Kurzer Aufreger: Es gab grade hier immer wieder welche, die partout nicht ohne Blitz knipsten! Zum Glück war eine Angestellte da und hat denen verbal auf die Finger gehauen.

Als letztes kamen kleine Riffbecken mit den typischen Riffbewohnern: Putzergarnelen, Drachenköpfe, Seepferdchen, Unechte Clownfische (Nein, sie heißen NICHT NEMO!), Anemonenfische, Feenbarsche, Wimpelfische etc.
Die Feuerfische waren so schön und so schwer zu fotografieren. Ich habe versucht, die Fotos ein wenig aufzuhellen, aber naja. Die Bilder haben trotzdem ihren Reiz.

Es gab noch Kleinigkeiten zwischendurch, die ich nicht fotografiert habe, oder die gar nix wurden, wie eben die Drachenköpfe, die blauen Seeigel oder die Langusten, die durch die Kuppelförmige Glasscheibe riiieeeesig wirkten, in Wahrheit aber bloß 15 cm groß waren. Nett auch das Streichelbecken mit völlig harmlosen Anemonen, Seesternen und Eihülsen von Katzenhaien zum anfassen.
Wir stoppten auch noch kurz im “Kino” in dem grade ein viel zu dunkel belichteter Film über Haie und Rochen kam.
Nicht zu fassen: AM ENDE des Ganges erst kam ein Spieleparadies für Kinder mit Malen, Lernen und Spielen. AM ENDE! Warum nicht so, daß man seine quengelnden, gelangweilten Kinder da ablädt und das Aquarium in RUHE genießen kann??
Und als letztes ein riesiger Souvenirshop und ein Restaurant.
Lustig war das Schwarze Brett unter dem Motto: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Meere?
Das Thema war ernst, die Antworten idiotisch. Es klebten viele Zettelchen dort, und auf ALLEN stand: Zitteraal, Hammerhai, Rochen, etc. Was bitte sind denn das für sinnvolle Antworten auf diese ernste Frage???
Meine Antwort: Daß der Hai der König der Meere bleibt.
Im gleichen Gebäude gab es noch ein Naturkundemuseum rund um den Bodensee und zur Zeit eine Meteoritenausstellung. Wir haben uns das Museum gespart. Die Kinder…. hätten es mit Sicherheit noch aufregender gefunden als das Aquarium. Sie wären ja so gerne noch geblieben…. (Mama, wann sind wir fertig? Mama, wann fahren wir heim?)

Wir waren für 46 Euro nach anderthalb Stunden etwa durch. Schade. Ich hatte für mein vieles Geld echt mehr erwartet und dieser Meerestunnel sah im Fernsehen viiiiiel größer aus. Liebes Sealife Center Konstanz, eure Angestellten, besonders die beiden Mädels am Streichelbecken und im Tunnel, waren supernett und kompetent, aber wir werden nicht noch einmal kommen. Für 46 Euro hätten wir auch einen ganzen Tag in der Wilhelma oder im Traumland verbringen können!!

Nach dieser Manöverkritik nun die restlichen Bilder:

Bild 022
Bild 031
Bild 033
Bild 035
Bild 036
Bild 038
Bild 040
Bild 042
Bild 043
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Bild 058
Bild 059

7 Antworten auf “Besuch im Sealife Center Konstanz”

  1. Gärtnerin sagt:

    Sehr geniale Bilder, Keisha! Und der daily-Wels ist natürlich spitzenklasse! Danke Dir fürs Mitbringen. ;-)

  2. Keisha sagt:

    Ja, leider mußt du dich mit dem Bild begnügen ;-) Hätte ihn dir gerne mitgenommen, aber ich glaube, er paßt nicht so recht in deine Regentonne ^^

  3. Gärtnerin sagt:

    Jaaaa, das hatte ich befürchtet. :-(
    Ich finde übrigens auch Rochen wirklich gut und die lassen sich genauso schlecht zu Hause aufheben. Ach hätt ich doch nicht so meine Schwierigkeiten mit Aquarien-Gepflege - Algen, tote Fische, Schneckenplagen und Filterreinigen sind nicht so meins - ich wäre sicher genauso drauf wie Du.

  4. Keisha sagt:

    Die Rochen waren in natura noch vielviel toller. Grade der Braune an der Wasseroberfläche hat eine ganze Weile mit mir und der Kamera gespielt und geschäkert. Natürlich sind dann 90% der Bilder nix geworden, aber er war soooo süß.
    Rochen sind extrem zutraulich, habe ich den Eindruck, nur leider nicht ungefährlich. Selbst die Süßwasserrochen, die man im Aquarium halten kann, haben diesen Stachel, der böse Wunden reißen kann und sogar giftig ist.
    Den Tod von Steve Irvin haben wir ja noch alle im Kopf.

    Und was das Gepflege angeht: Es kommt immer auf die Größe an. Mein Vater hat in seinem ca 110 Liter Becken (80x schlagmichtot Kantenlänge)einen Innenfilter drin, und da beschränkt sich das Filterreinigen auf Schwamm auswaschen/oder wechseln und Filter selbst kurz ausspülen. Mit dem Wasserwechselwasser kann man toll Blumen gießen ;-) , gegen Algen helfen die richtigen Fische oder Garnelen und gegen die Schneckenplage gibt es…. Schnecken! Es gibt eine Turmschnecke, die sich selbst nicht in Süßwasser vermehrt, sich aber von all den kleinen Plagegeistern ernährt, die eine Plage bilden.

  5. Sabine Usinger sagt:

    Hallo,wir waren am 15.08.im sealife.Wir mußten im strömenden Regen mehrere Stunden anstehen um rein zukommen.Das Anstehen war bei dem Wetter eine Qual,aber was tut man nicht alles für ein paar Fische.Sehr,sehr ärgerlich war aber was dann kam.Wir standen alle brav in der Schlange,als Personal kam und den Leuten anbot für 2Euro mehr könnte man gleich rein!!Die Wartezeit ab Brücke,und wir standen ungefähr 1Stunde vor der Brücke,würde ab dort nochmals 1 Stunde dauern!Die jenigen die dieses unmoralische Angebot annahmen,bei denen wahrscheinlich Geld keine Rolle spielt,zogen dann auch noch alle an uns vorbei,was unsere Wartzeit noch mehr verlägerte.Das war kein feiner Zug.Ärgerliche Sache das ganze!!!!!

  6. Keisha sagt:

    Hallo Sabine,
    also was du da erzählst, ist ja der Hammer! Unglaublich. Da hatten wir damals offenbar Glück, weil relativ wenig los war. Anstehen mußten wir überhaupt nicht.
    Und ihr seid da nach dieser Unverschämtheit überhaupt noch reingegangen? Ich wäre wahrscheinlich umgekehrt und hätte im Lago lieber das Geld in dicke Eisbecher investiert in diesem Falle.
    Auf jeden Fall ist so ein Gebaren keine gute Werbung, liebe Sealife-Leute!

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